Lesen Sie, wie Sie mit wenig Aufwand interessante Kennzahlen gewinnen können, um Prozesse besser zu steuern.

Dazu ist nur ein kleiner Schritt notwendig. Nämlich die Änderung Ihrer Perspektive. Oder besser gesagt, der Blick auf Bewährtes zu ändern. Doch eins nach dem anderen.

Perspektive

Es geschieht jeden Tag. Besorgte Angehörige erkundigen sich nach einem Heimplatz. „Und hier kann ihre Mutter nach uns klingeln, wenn Sie Hilfe braucht“ erläutert die freundliche Schwester. Und wo klingelt es dann? Im Besten Fall in der Tasche der Pflegekraft. Nämlich das mobile Telefon. Allerdings wird hier weder von einer Klingelanlage noch von einer Telefonanlage gesprochen. Vielmehr geht es um eine Rufanlage. So der offizielle Begriff, der in Heimmindestbauverordnung und Norm DIN VDE 0834 definiert ist. Aus Sicht der Pflegekräfte, Angehörigen und Bewohner wird einfach geklingelt. Und das bekommt man irgendwie mit. Im Idealfall auch über die Signalleuchte im Flur. So will es die Norm. Sieht zwar ein wenig nach Krankenhaus aus. Ist aber eine sichere Sache. Denn eine Signalleuchte, das ist doch wie mit Lichtschalter. Funktioniert eigentlich immer. Und verpackt in ein Türschild sieht es schon gar nicht mehr so schlimm aus. Wenn die Schwester nun auch noch mit Muttern sprechen kann, umso besser. Allerding hat die Dame im Nebenzimmer ihre Probleme damit. Denn sie leidet an Demenz. Stimmen aus der Wand beunruhigen sie.

Ist doch ganz einfach – das mit der Rufanlage

Rote Taste – rotes Licht, grüne Taste –  grünes Licht. Das kann jeder Elektriker. Wenn es elektronisch wird, ganz einfach für Studenten. Und Schnittstellen sind heute standardisiert. Die Forderungen der Norm DIN VDE 0834 sind schon komplexer, aber für Elektronikprofis zu beherrschen. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl einfacher Rufanlagen-Lösungen, die diesen Gedanken folgen. Dazu noch regelmäßige Inspektionen und Wartungen und es scheint alles geregelt.

Der andere Blickwinkel

Die Aufnahme eines neuen Bewohners ist bestimmt von zahlreichen Regularien. Das wissen Pflegeprofis umso mehr. Inwieweit der Betreuungsaufwand im Verhältnis zum eingeteilten Pflegegrad steht, werden die Einschätzung der Pflegekräfte und die Pflegedokumentation zeigen. Doch wie sieht der quantitative Betreuungsaufwand im Verhältnis zum gesamten Haus oder Wohnbereich aus? Zu bestimmten Tag- oder Nachtzeiten? Da fällt mir sofort die Klingel-, Lichtruf- oder Rufanlage ein. Denn hier werden automatisch Daten erzeugt, die Aufschluss zu den Aufwendungen geben. Allerdings nur dann, wenn diese strukturiert sind und archiviert werden. Deshalb sind Rufanlagen etwas für Spezialisten.

Vision – Rufanlage als Managementtool

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht? Das Dashboard für das Pflegemanagement. Mit einem Blick bekommen Sie Aufschluss über alle relevanten Daten.

  • Anzahl Rufe pro Bewohner, Versorgungsbereich
  • Reaktionszeiten
  • Anwesenheitszeiten
  • Auslastung von Mitarbeiter, Stationen/Wohnbereichen
  • in Zeitfenstern
  • Spitzenwerte und Vergleichswerte
  • verschiedene Rufarten

Was muss getan werden?

Die Rufanlage muss in der Lage sein, relevante Daten strukturiert zu archivieren. Mitarbeiter müssen die Anlage bestimmungsgemäß nutzen. Mit anderen Worten, es muss die Anwesenheitstaste beim Betreten und Verlassen eines Zimmers betätigt werden. Idealer Weise erfolgt die Registrierung der Anwesenheit im Rahmen einer Betriebsvereinbarung personifiziert per Chip. Neben dem Auslösen von Rufen per Tastendruck erhöhen automatische Sensoren wie Sensormattratzen oder Bewegungsmelder die Aussagefähigkeit der Daten. Stellen Sie sich vor, alle diese Daten sind erfasst und abgespeichert. Die Auswertung ist letzten Endes nur eine Kleinigkeit. Für Leitungskräfte in der Pflege ergeben Sie allerdings ein quantitatives Abbild des Pflegealltags. Konsolidieren Sie diese Daten mit einer EDV-gestützten Pflegedokumentation. Damit gewinnen Sie interessante Kennzahlen, um die qualitative und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Einrichtung zu steuern.

Was bedeutet das?

Hersteller von Kommunikations- und Sicherheitstechnik, Entwickler von Softwaresystemen und Pflegeexperten müssen verstärkt an einen Tisch. Mit anderen Worten, Lösungen müssen ganzheitlich betrachtet werden. Ein Baustein dafür ist, und hier schließt sich der Kreis, die Bereitschaft, die Perspektive zu ändern. Lassen Sie uns gemeinsam über den Tellerrand hinausschauen!